Baldrian als Tee – Zubereitung, Dosierung, Wirkung

Wer sich auf die Suche nach einem wirksamen Mittel macht, um besser einschlafen zu können, kommt an Baldrian nicht vorbei. Oft wird die Heilpflanze in Tablettenform angepriesen, gerne in Verbindung mit anderen Heilpflanzen, etwa Melisse oder Hopfen. Nicht ganz so bekannt hingegen ist die Anwendung als Tee.

Und kaum jemand weiß, bei welchen Beschwerden die Heilpflanze noch eingesetzt werden kann, wie sie wirkt und was sie zu leisten vermag. Im Folgenden geht es um eine der ursprünglichsten und gesündesten Formen, Baldrian einzunehmen. Ohne chemische Zusätze, ohne künstliche Kapselhüllen, ohne künstliche Prozesse:

Als Tee. Dabei werden zwei Formen unterschieden: aus den Blüten gewonnen wird und solcher, der aus der Wurzel stammt. Welcher ist gesünder? Welcher wirksamer? Gibt es überhaupt Unterschiede? Falls ja, welche? Im Folgenden geht es um das Aufgussgetränk, seine Wirkung, seine Inhaltsstoffe, die angemessene Dosierung und natürlich die angezeigten Anwendungsgebiete.

Wann ist es angebracht, Baldrian Tee zu trinken?

So unterschiedlich sich diverse Beschwerden auch zeigen mögen, eine „Selbstbehandlung“ ist immer nur bei leichten Verläufen angezeigt. Eine schwerere Erkrankung erfordert immer die Hilfe eines Arztes. Heilkräuter- und Pflanzen können zwar von starker Wirksamkeit sein, doch eine medikamentöse oder sonstige vom Arzt verordnete Therapie können sie nicht ersetzen. Das gilt auch für Baldrian Tee. Wer vorübergehendem Stress ausgesetzt ist und deswegen Schwierigkeiten beim Einschlafen hat, kann beruhigt auf die Heilpflanze zurückgreifen.

Wer jedoch ernsthafte Schlafprobleme hat, sollte einen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt natürlich auch bei allen anderen Beschwerden, die mit Baldrian therapierbar sind, zum Beispiel Magenbeschwerden. Einen kurzzeitig gereizter Magen lässt sich eventuell beruhigen, eine ausgewachsene Magenschleimhautentzündung hingegen sicher nicht.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe des Baldriangewächse hängen von der jeweiligen Gattung der Pflanzenfamilie ab, die im Botanischen als „Valeriana“ bezeichnet werden. Was auf den ersten Moment verwirrend klingt, ist schnell erklärt: Eigentlich umfassen Baldriane bis zu 200 verschiedene Unterarten. Bezüglich der therapeutischen Wirkung sticht die Unterart „Valeriana officialis“ hervor. Die wertvollsten Inhaltsstoffe stecken in der Wurzel der Heilpflanze, allerdings muss diese erst in einem Verarbeitungsprozess aufbereitet werden, ansonsten befinden sich quasi neben den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen weitere Substanzen, die teilweise sogar toxisch sind.

Die Inhaltsstoffe auf einen Blick:

  • Ätherisches Öl (Bladrianöl)
  • Iridoide: Valepotriate
  • Sesquiterpene
  • Fettsäuren
  • Lignane
  • Flavonoide
  • Zucker
  • Stärke
  • Alkaloide

Herstellung eines Teegetränkes

Um Baldriantee herzustellen, wird die Wurzel geerntet, aufbereitet und als Teezubereitung verwendet. Als Erntezeit hat sich der Spätherbst bewährt, denn dann sind die Inhaltsstoffe voll ausgereift. Wer selber Baldrian sammeln möchte, sollte darauf achten, dass nicht die ganze Wurzel des Baldrians ausgegraben werden sollte, denn damit wäre die Pflanze quasi vernichtet. Ein Teil der Wurzel verbleibt in der Erde, damit das Gewächs im nächsten Jahr wieder neu austreiben kann. Zudem sollte die Pflanze möglichst bereits ein Lebensalter von zwei bis drei Jahren aufweisen, einjährige Pflanzen werden nicht genutzt.

Die geerntete Wurzel wird dann einfach abgebürstet und mit klarem Wasser abgespült. In der weiteren Verwendung gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen. Entweder wird die gereinigte Wurzel kleingeschnitten und im Ofen getrocknet oder man schneidet die Wurzel in kleine Stücke und lässt sie die ersten beiden Tage im Freien trocknen, bevor sie in einem Dörrautomat (oder im Ofen) bei höchstens 40 Grad fermentiert werden. Bevor die Wurzel als Baldriantee verwendet werden kann, müssen schon drei Monate ins Land ziehen, damit sich die Wirkstoffe ausbreiten und die giftigen Inhaltsstoffe weichen können.

Erkennbar ist der Fermentierungsprozess übrigens am Geruch der Wurzel: Während der Wurzelstock des frischen Baldrians relativ geruchsneutral sind, bildet sich in der Trocknungsphase der markante Geruch aus – Katzen sollten also von dem zu trocknenden Gut ferngehalten werden, sonst wird es eher nichts mit dem gesunden Tee, denn die meisten Samtpfoten lieben den „Duft“ des Baldrians.

Um Tee aus Blüten zu gewinnen, ist der Hochsommer die richtige Zeit. Die Blüten werden gesammelt und an einem schattigen Plätzchen getrocknet.

Die Zubereitung

Selbst gesammelte Wurzeln des Baldriangewächses können nach der Trocknung als Kaltauszug oder als Aufguss zubereitet werden. Für den Kaltauszug nimmt man etwa zwei Teelöffel der Baldrianwurzel, übergießt sie mit Wasser (200 ml) und lässt das ganze über Nacht stehen. Am nächsten Tag wird der Auszug gefiltert, erwärmt und kann getrunken werden.

Als Ausguss hingegen werden zwei Teelöffel der getrockneten Wurzel mit kochendem Wasser übergossen, gefolgt von der obligatorischen Ziehzeit von etwa 15 Minuten.

Blüten oder Wurzel?

Da die Inhaltsstoffe gebündelt im unterirdischen Teil vertreten sind, wirkt Tee aus der Wurzel deutlich besser als der aus Blüten. Eine Zubereitung aus Blüten kann jedoch bei leichten Einschlafproblemen auch eine große Hilfe sein. Übrigens: Viele Menschen nutzen die Blüten, um sich daraus ein Kräuterkissen zu machen: Einfach die getrockneten Blüten in einen Kissenbezug stecken und für einen angenehmen Duft noch etwas getrocknete Melisse oder Lavendel hinzufügen. In dieser Form wirken die heilkräfte dann über das Einatmen.

Anwendungsgebiete

Baldrian wird traditionell bei Schlafstörungen beziehungsweise Einschlafstörungen getrunken. Doch die beruhigende Wirkung der Heilpflanze konzentriert sich nicht nur auf das menschliche Schlafzentrum im Gehirn, sondern ist in der Lage einen aufgebrachten Magen oder gereizte Muskeln zu beruhigen. In der Heilkunde wird Baldriantee gerne dort empfohlen, wo sich sozusagen krampfartige Symptome zeigen. Das reicht vom Magenkrampf bis hin zu den bekannten Muskelzuckungen, die einen hin und wieder ereilen. Die Wirkung setzt im zentralen Nervensystem ein, wirkt beruhigend und setzt weitere körpereigene Prozesse in Gang, die dann zu einer Besserung der Beschwerden führen. Dabei kann es sich um Einschlafstörungen, nervöse Unruhe oder einem erhöhten Stresspegel handeln.

Ganz wichtig: Es ist ein Mythos, dass Baldrian müde macht. Das kann die Heilpflanze nicht. Sie setzt lediglich Prozesse im Gehirn frei, die letztendlich dazu führen, dass man schneller einschlafen kann, doch im Gegensatz zu einem Schlafmedikament kann Baldrian Schlaf nicht herbeiführen.

Die genaue Dosierung

Im Prinzip reicht es bei Einschlafproblemen, eine Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse zu trinken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Kaltauszug, ein Aufguss oder ob es ein Filterbeutel eines gekauften Baldrianproduktes ist. Eine Tasse beinhaltet im Idealfall zwischen zwei und drei Milligramm Trockenwurzel.

Bei nervösen Zuständen wird die Tageshöchstdosis von rund 450 mg Trockenwurzel über den Tag verteilt getrunken. Somit können bei Unruhezuständen durchaus mehrere Tassen Tee am Tag getrunken werden.

Meine Empfehlungen:

Baldrianwurzel Filterbeutel

Wie bereits beschrieben, stecken die hauptsächlichen Inhaltsstoffe in der Wurzel der Heilpflanze.
Der Arzneitee aus dem Hause Bombastus beinhaltet 20 Aufgussbeutel zu je 2,5 Gramm reiner Baldrianwurzel. Weitere Bestandteile enthalten die praktischen Aufgussbeutel nicht, es handelt sich somit um ein reines Naturprodukt.

http://www.bombastus-werke.net/pdf/artikel/Baldrianwurzel_2016-06.pdf

Der Tee wird bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen empfohlen. Allerdings sollte immer bedacht werden, dass Baldrian nicht sofort wirkt, sondern dass es unter Umständen bis zu vier Wochen dauern kann, bis sich die gewünschte Wirkungsweise einstellt.

Anwendung und Dosierung

Der Wurzeltee kann ein- bis mehrmals täglich getrunken werden. Dabei immer darauf achten, dass der Aufguss mit kochendem Wasser erfolgt. 1 Teebeutel reicht für eine normale Tasse mit 250 ml Inhalt völlig aus. Der Beutel wird mit dem kochenden Wasser übergossen, danach lässt man ihn rund 15 Minuten ziehen.

Wer darf den Tee nicht trinken?

Allergiker oder Menschen, die sensibel auf die Heilpflanze reagieren, sollten vom „Genuss“ absehen. Das Gleiche gilt für Kinder unter 12 Jahre. Liegen bei Kindern Unruhe- oder Einschlafstörungen vor, ist ein Arztbesuch eher angebracht.

Da es noch keine aussagekräftigen Studien über die Wirkung bei Schwangeren gibt, sollten werdende und stillende Mütter zuerst ihren Frauenarzt befragen, bevor sie die hochwirksamen Aufgussbeutel nutzen.

Zudem gilt es zu beachten, dass der Tee nur für leichtere Verstimmungen eingesetzt werden sollte. Diese resultieren oft aus momentanen Situationen, etwa Prüfungsstress, ein Umzug oder belastende Konstellationen am Arbeitsplatz. Ernsthafte psychische Erkrankungen müssen selbstverständlich fachärztlich behandelt werden.

Der Geschmack – durchaus gewöhnungsbedürftig

Der Geschmack der Baldrianwurzel ist kein kulinarischer Hochgenuss. Da der empfohlene Arzneitee aus der reinen Baldrianwurzel besteht, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Geruch und Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig sind. Doch wie lautet ein altes Sprichwort? „Medizin, die schmeckt, hilft nicht“ (Verfasser unbekannt). Genau das trifft wohl auf diesen Tee zu, die meisten Menschen werden ihn wohl nicht unter ihre Lieblingstees einreihen. Doch dafür ist die Wirkung gegeben – somit erfüllt er seinen Zweck.

Erfahrungen anderer Anwender

Ein Blick auf die niedergeschriebenen Erfahrungen anderer Menschen zeigt, dass es sich um ein hochwirksames Produkt handelt, welches seine Wirkung innerhalb von zwei bis vier Wochen voll entfaltet. Geschmacklich sind sich ebenfalls alle einig, er schmeckt so, wie Baldrian eben schmeckt. Wer Katzen hat, sollte die Packung mit dem Arzneitee gut verstecken, es könnte sonst sein, dass der Stubentiger ebenfalls an den Aufgussbeuteln Gefallen findet und diese so „beschmust“, dass sie als Aufguss unbrauchbar werden.

 

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!