Rezeptfreie und natürliche Schlaftabletten

Glaubt man Experten, trifft es weltweit jeden zweiten Menschen mindestens einmal im Leben: Schlaflosigkeit. Die mit dem Fachbegriff bezeichnete Schlafstörung „Insomnie“ meint sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafstörungen. Beides ist belastend, beides vermindert die Leistungsfähigkeit und beides setzt die Lebensqualität herab.

Wer länger als etwa ein halbes Jahr an Insomnie leidet, dürfte vom Arzt einen chronischen Verlauf attestiert bekommen haben – kein schöner Gedanke. Doch wenn es darum geht, was abnorm ist, müsst erst einmal geklärt werden, was den der Norm entspricht. Bei dem Thema „Schlaf“ ist das gar nicht so einfach.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

Bereits bei dieser einfachen Frage zeigen sich individuelle Unterschiede. Der eine kommt mit sechs Stunden aus, der andere benötigt neun Stunden, um erholt und aktiv den Tag zu gestalten. Daraus resultieren die häufig angegebenen acht Stunden als Durchschnitt. Als Einschlafzeit gelten 20 Minuten als normal und angestrebt wird natürlich, dass das nächste (bewusste) Erwachen erst dann erfolgt, wenn man tatsächlich ausgeschlafen hat.

Bei einer Schlafstörung gibt es drei Varianten:

  • Nicht einschlafen können
  • Nicht durchschlafen können
  • eine Kombination aus den beiden Punkten.

Alle drei Punkte sind belastend und erfordern eine genaue Prüfung der Gründe. Liegen körperliche Beschwerden vor? Treiben einen die Sorgen fernab vom Dahingleiten in den Schlaf? Ist es nur eine momentane Situation – etwa eine Prüfung, der Jobverlust, die Trennung vom Partner? Scheint alles im Umfeld in Ordnung zu sein? Dann sitzen die Gründe häufig tiefer und müssen an die Oberfläche geholt werden. Denn wer über einen längeren Zeitraum zu wenig Schlaf bekommt, leidet an Tagesmüdigkeit, die sich übrigens nicht mit einem Mittagsschläfchen beheben lässt.

Die Tagesmüdigkeit wiederum führt in der Folge zu Konzentrationsstörungen, Lustlosigkeit, Reizbarkeit bis hin zur Abschottung sozialer Kontakte.

Frauen sind häufiger betroffen

Insgesamt schätzen Experten, dass rund 5 Millionen Bundesbürger an einer ausgewachsenen Schlafstörung leiden, dabei zeigt sich, dass Frauen eher betroffen sind als Männer. Das durchschnittliche Alter beträgt zwischen 30 und 65 Jahre und Untersuchungen zeigen, dass fast jeder zweite, der einen Arzt aufsucht, die Praxis mit einem Rezept für ein Schlafmittel wieder verlässt.

Rezeptpflichtige Schlafmittel

Synthetische Schlafmittel sind sogenannte „Hypnotika“. Dieser Begriff stammt vom griechischen „hypnos“ ab, das wiederum ist dem gleichnamigen griechischen Gott des Schlafes entlehnt. Der Grat zwischen einem Hypnotikum, einem Sedativa (Beruhigungsmittel) und einem Narkotika (Betäubungsmittel) ist schmal.

Die Einteilung rezeptpflichtiger Schlafmittel

  • Benzodiazepine

Mit dieser Gruppe der Schlafmittel wird eine angstlösende, krampflösende und schlaffördernde Wirkung erzielt. Allerdings ist die Gefahr einer Abhängigkeit erhöht, deswegen sollten Benzodiazepine nicht länger als vier Wochen eingenommen werden.

  • Z-Schlafmittel (Nicht-Benzodiazepin-Agonisten)

Diese Stoffgruppe wirkt ähnlich wie die Benzodiazepine, allerdings wird derzeit untersucht, ob den Schlafmedikamenten tatsächlich ein vermindertes Abhängigkeitsrisiko zugeschrieben werden kann, wie es vermutet wird.

  • Barbiturate

Sie bringen zwar zuverlässig den ersehnten Schlaf – aber sie wirken lange nach. Das bedeutet, dass der Patient zwar schnell einschläft, vielleicht auch durchschläft – aber am nächsten Tag ereilt ihn dennoch die Tagesmüdigkeit. Zudem unterdrücken sie die Phase des REM-Schlafes.

Rezeptfreie Schlafmittel als Alternative

Es gibt nur wenige Schlafmittel auf synthetischer Basis, die hierzulande ohne Rezept erhältlich sind. Im Grunde beschränkt sich diese Gruppe auf einige Antihistaminika. Als Wirkstoffe werden hier Doxylamin und Diphenhydramin genannt. Eigentlich wurden diese Medikamente als Mittel gegen Allergien eingesetzt, doch es zeigte sich schnell, dass sie eine sedierende Wirkung haben. Der Vorteil dieser rezeptfreien Schlafmittel liegt darin, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kein Abhängigkeitspotenzial zur Folge haben.

Doxylamin und Diphenhydramin wirken beide sedierend und schlaffördernd. Für eine kurzzeitige Behandlung mögen sie sicher ihren Zweck erfüllen, als Dauerlösung sind sie nicht geeignet. Die Einnahme dieser Wirkstoffe erfolgt zwischen 30 und 60 Minuten vor dem Einschlafen und im Normalfall hält die Wirkung bis zu sechs Stunden an. Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt beim Wirkstoff Diphenhydramin 25 bis 50 Milligramm, beim Wirkstoff Doxylamin sind es 20 Milligramm.

Ein Unterschied liegt in ihrem Potenzial. Rezeptpflichtige Schlafmittel können unter Umständen bei einigen Personen relativ schnell in eine Abhängigkeit führen, bei den Medikamenten, die frei verkäuflich sind, ist das eher nicht der Fall. Eine Tablettensucht kann sich bereits nach einem Einnahmezeitraum von vier bis sechs Wochen einstellen, zudem verlieren beispielsweise Benzodiazepine bei längerer Anwendung ihre Wirkung.

Bei rezeptpflichtigen Schlafmitteln darf ein „Entzug“ nicht auf eigene Faust und abrupt erfolgen, sonst droht ein sogenannter „Rebound-Effekt“. Das heißt, dass die Symptome – in dem Fall die Schlaflosigkeit – sofort nach dem Absetzen des Mittels verstärkt auftritt.

Nicht zu unterschätzen sind Nebenwirkungen, die beide Medikamente – also die rezeptfreien und die rezeptpflichtigen – mit sich bringen. Einige Patienten klagen über Mundtrockenheit, andere über Herzrasen und Verstopfungen.

Alternativen, um Schlafstörungen zu beheben

Alle Schafe sind gezählt, die Milch ist leer, ein langweiliges Buch ist ausgelesen – dennoch möchte der Schlaf nicht kommen. Die Versuchung, zu chemischen Mitteln zu greifen ist groß, doch es gibt durchaus wertvolle Alternativen aus dem Reich der Natur.

Zugegeben, bei pflanzlichen Schlafmitteln stellt sich der Schlaf nicht so schnell ein, wie bei einem chemischen Medikament, doch dafür schont es den Organismus, hat praktisch wenige bis keine Nebenwirkungen und es droht keine Gefahr einer Abhängigkeit.

Ein weiterer Punkt sollte vielleicht auch etwas mehr Beachtung bekommen: Ein Schlafmittel auf chemischer Basis knockt einen aus. Die Struktur im Gehirn wird verändert, der Schlaf wird künstlich herbeigeführt. Bei pflanzlichen Mitteln wird der Schlaf nicht zwangsweise eingeleitet, sondern auf sanftem Weg.

Die heutige Zeit ist geprägt von Leistungsdruck und Funktionalität. Es bleibt kaum noch Zeit, in sich rein zu horchen. Schlaflosigkeit kommt nicht ohne Grund. Doch meistens haben Betroffene nicht die Zeit, herauszufinden, was der Körper damit sagen möchte. Oder sie wissen es, können den derzeitigen Zustand aber nicht ändern. Natürlich, wer vor seiner Abschlussprüfung steht, weiß, dass diese stressige Zeit vorbeigeht. Wer nicht schlafen kann, weil er sich um seinen kranken Partner sorgt, kann die Ursache der Schlaflosigkeit auch nicht ohne weiteres beheben.

Doch viele Menschen schlafen aufgrund einer Überlastung schlecht, sie muten sich selbst einfach zu viel zu. Der Kopf ist voll, die Gedanken kommen nicht zur Ruhe – wie soll sich da entspannender und wohltuender Schlaf einstellen? Für Menschen, die aufgrund Nervosität nicht schlafen können, gibt es fundierte Hilfe aus dem Apothekenschrank der Natur. Mit Baldrian kann die Flut an Gedanken verlangsamt werden, mit Hopfen kommt man innerlich zur Ruhe, mit der Passionsblume lässt sich eine sedative Wirkung erzielen und auch mit „Exoten“ wie etwa Mulungu verhelfen zu einem angenehmen Schlaferlebnis.

Überblick über wirksame pflanzliche Schlafbereiter

  • Echter Arzneibaldrian

Hochdosierter Baldrian steht hier an erster Stelle, da seine Wirkung zuverlässig und solide eintritt. Die Wirkstoffe der als Baldrian bekannten Heilpflanze „Valeriana officinalis“ stecken hauptsächlich in der Wurzel. Allerdings dauert es bis zu zwei Wochen, bis die Wirkung spürbar wird. Baldrian sorgt für die nötige Ruhe, um einschlafen zu können. Im Gegensatz zu einem chemischen Mittel ist es kein Medikament, dass den Schlaf herbeiführt, sondern eines, dass auf guten Schlaf optimal vorbereitet.

  • Hopfen

Hopfen ist zwar hauptsächlich als Zutat beim Bier bekannt, doch das wird ihr nicht gerecht. Die Pflanze wirkt beruhigend und schlaffördernd. Doch wie bei allen Heilpflanzen kommt es auf die Dosierung an – und genau die muss jeder für sich selbst ein Stück weit selbst herausfinden.

  • Zitronenmelisse

Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse wirken beruhigend und schlaffördernd. Köche schätzen den angenehmen Geschmack der Pflanze – ganz im Gegensatz zu dem markanten Geruch und Geschmack des Baldrians. Deswegen ist es doch ein positiver Umstand, dass man mit einer Kombination von Baldrian, Zitronenmelisse, Hopfen und der Passionsblume einen wohlschmeckenden Tee zubereiten kann.

  • Passionsblume

Sie ist ähnlich wie der echte Arzneibaldrian ein klassischer Schlafbereiter, denn auch die Passionsblume ist in der Lage, beruhigend und entspannend zu wirken. Günstige Kombinationen mit der Passionsblume ergeben sich im Zusammenspiel mit Baldrian und Hopfen.

  • Helmkraut

Weniger bekannt – aber sehr muskelentspannend ist das Helmkraut. Wird es richtig dosiert, ist eine dämpfende Wirkung auf Körper und Geist spürbar.

  • Mulungu

In Südamerika spricht man von „natürlichen Valium“. Ähnlich wie ein chemisches Medikament beruhigt es aufgebrachte Nerven und lässt die Gedanken zur Ruhe kommen. Damit ist es ein Schlafbereiter auf pflanzlicher Basis, welcher diese Bezeichnung auch verdient.

Fazit

Die meisten Schlafstörungen resultieren daraus, dass man nicht zur Ruhe kommt. Ab und an mal schlecht einzuschlafen beziehungsweise nicht durchzuschlafen ist kein Grund zur Sorge, bei einem dauerhaften Schlafdefizit drohen gesundheitliche Folgen. Wer grundlos schlecht schläft, sollte zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um eventuelle Krankheiten ausschließen zu können.

Aktuelle Lebenssituationen sorgen sicher bei jedem Mensch hin und wieder für eine schlechte Schlafstruktur. Ein Umzug steht an, der Arbeitsplatz ist in Gefahr, Geldsorgen trieben einen um oder man sorgt sich um ein Familienmitglied. Das alles führt zu einer nervösen Unruhe, die einen am Abend nicht zur Ruhe kommen lässt. Als Mittel für diese Form der Schlafstörungen stehen pflanzliche, hochwirksame Wirkstoffe bereit, sie sorgen für die Entspannung, die für einen erholsamen Schlaf unabdingbar ist. An erster Stelle findet sich in der Liste der vielen Heilpflanzen Baldrian – selbst Mediziner setzen auf die Wirksamkeit der Pflanze Valeriana officinalis.

 

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!