Pflanzliche Schlafmittel im Überblick

Gesunder Schlaf ist essentiell, das wird gerne mal unterschätzt. Der Körper benötigt diese Auszeit, um sich zu regenerieren. Im Durchschnitt schläft ein erwachsener Mensch zwischen sieben und acht Stunden – wobei das natürliche eine sehr vage Durchschnittsangabe ist. Ein junger Erwachsener kommt auch über einen längeren Zeitraum mal mit weniger Schlaf aus, ohne dass sich deswegen gleich Leistungseinbußen zeigen.

ausreichend Schlaf ist wichtig

Bei Älteren oder kranken Menschen würde sich Schlafmangel deutlich schneller in körperlichen Beschwerden zeigen.
Deswegen sind die oft angeratenen sieben bis acht Stunden Schlaf tatsächlich nur eine ungefähre Angabe. Fakt jedoch, dass dauerhaft zu wenig Schlaf nicht ohne Folgen bleibt, völlig unerheblich, ob der Schlafmangel „gewollt“ oder aufgrund anderer Ursachen zustande kommt.

Alles schläft – aber warum eigentlich?

Lange Zeit wurde angenommen, dass Schlaf keine besondere Funktion hat. Man dachte, der Körper benötigt etwas Ruhe, nichts weiter. „Der kleine Bruder des Todes“, so wurde der Schlaf bezeichnet. Erstaunlicherweise ist heute immer noch nicht vollständig und umfassend genau geklärt, warum wir genau schlafen, doch einige Fakten sind dann schon bekannt.

So ist zum Beispiel unser Immunsystem auf gesunden Schlaf angewiesen. Während wir schlafen, arbeitet unser Abwehrsystem auf Hochtouren. Ausreichend Schlaf ist wichtig für das komplexe Zusammenspiel unserer Abwehr. Zellen müssen repariert werden, Bakterien und Viren müssen bekämpft werden. Der Blutdruck sinkt, der Herzschlag wird ruhiger und die Atmung wird gleichmäßig flacher. Die Körpertemperatur sinkt um rund 1,5 Grad Celsius, die Muskeln entspannen.

Das Gehirn arbeitet einerseits auf Hochtouren, andererseits zeigen Untersuchungen, dass die Hirnwellen konstanter und gleichmäßiger agieren. Der Hormonhaushalt dürfte jedoch am Fleißigsten sein. Das Hormon Leptin wird in hohen Mengen ausgeschüttet, denn ohne dieses Hormon würden wir wie tagsüber auch Hunger und Durst verspüren. Wachstumshormone sorgen dafür, dass Kinder im Schlaf wachsen und dass die Wundheilung gezielt und schnell abläuft.

Schlafmangel – was passiert?

Unerheblich, ob man aus beruflichen oder privaten Gründen selbst verschuldeten Schlafmangel hat oder ob man aus anderen Gründen nicht gut schlafen kann – die Auswirkung sind die gleichen. Wer nicht genug Schlaf bekommt, leidet unter dauernder Müdigkeit, gefolgt von Lustlosigkeit. Meist schließt sich eine Konzentrationsschwäche an, Reizbarkeit, allgemeines Unwohlsein und dauerndes Frieren kommen hinzu.

Was kann man tun, um Schlafmangel zu vermeiden?

Zuerst einmal sollte überprüft werden, ob die äußeren Umstände passen. Stört der Fernseher? Lässt sich das Zimmer hinreichend verdunkeln? Ist das Zimmer ruhig oder stört Straßenlärm?

Kaffee oder koffeinhaltige Getränke wie etwa Guarana sollten nicht unbedingt vor dem Schlafen konsumiert werden. Genauso wenig sind der spannende Krimi oder ein Streitgespräch förderlich für guten Schlaf. Und wenn es gar nicht klappt mit dem Einschlafen, lieber nochmals kurz aufstehen, ein Buch zur Hand nehmen oder einfach nur zur Entspannung auf das Sofa setzen.

Wann zum Arzt?

Schlafmangel ist ein Zustand, der zu körperlichen und seelischen Krankheiten führen kann. Kurzfristige Schlafdefizite können mit pflanzlichen Mitteln gelindert werden, wer sich jedoch Nacht für Nacht im Bett umherwälzt, über einen längeren Zeitraum nicht ein- oder durchschlafen kann, sollte unbedingt seinen Hausarzt konsultieren, um eine eventuelle Krankheit auszuschließen.

Müssen es immer gleich Schlafmittel sein?

Experten zufolge enden bis zu 45 Prozent der Arztbesuche aus Gründen der Schlaflosigkeit mit einem verschreibungspflichtigen Medikament. Natürlich können Schlafmedikamente Betroffenen erhebliche Erleichterung verschaffen, die Lebensqualität deutlich steigern oder den Patienten tatsächlich helfen. Allerdings wird hierzulande viel zu häufig zum Rezeptblock gegriffen.

Einige Nächte mit weniger Schlaf als üblich schaden nicht. Stehen belastende Situationen im Raum, kann eventuell ein pflanzliches Mittel genauso wirksam sein – mit deutlich weniger Nebenwirkungen. Jeder erlebt im Laufe seines Lebens Situationen, die den Schlaf rauben können. Jobverlust, Arbeitsplatzwechsel, Prüfungssituationen, die Trennung vom Partner und, und, und. Das alles setzt der Psyche zu und so kann es schon vorkommen, dass man einfach nicht mehr gut schläft. Doch hier gleich zu einem verschreibungspflichtigen Medikament zu greifen, gleicht dem berühmten „mit Kanonen auf Spatzen schießen“.

Welche pflanzliche Mittel können bei Schlafmangel helfen?

• Baldrian

Im Prinzip gibt es einen Wirkstoff aus der Natur, der direkt auf das Gehirn und das Schlafzentrum eingreift: Valeriana officinalis – besser bekannt als Baldrian. Die Heilpflanze wird seit der Antike zur Beruhigung, Entspannung und als Schlafmittel eingesetzt.

Dabei konnten Wissenschaftler nachweisen, dass sich Bestandteile des Baldrian an einen „Schlaf-Rezeptor“ binden (Adenosin-1-Rezeptor) und so quasi die Rolle des natürlichen Botenstoffes Adenosin einnehmen, die zu Müdigkeit führen.

• Hopfen

Bekannt ist, dass Hopfen eine Zutat im Bier ist. Weniger bekannt, dass „Humulus lupulus“ eine ähnliche – wenn auch nicht ganz so ausgeprägte Wirkung – wie Baldrian hat: Auch die Inhaltsstoffe im Hopfen greifen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus ein, das zeigen Studien. Hopfen wirkt beruhigend und entspannend.

Allerdings wurden bisher alle Studien zum Thema „Schlafen“ in Verbindung mit Hopfen zusätzlich mit Baldrian durchgeführt. Aus diesem Grund weiß man, dass Hopfen und Baldrian sich hervorragend ergänzen.

• Passionsblume

Auch der Passionsblume werden schlaffördernde Eigenschaften zugeschrieben. Die Passiflora incarnata ist eine Kletterpflanze, die ihre ursprüngliche Heimat in den Tropen hat. Mittlerweile hat sich die Pflanze als Arzneipflanze einen Namen gemacht und ihre Anwendungsgebiete sind nervöse Unruhe und Einschlafstörungen.

Bei dieser Pflanze gilt das Gleiche wie beim Hopfen: Auch hier ist die Kombination mit Baldrian anzuraten, denn die Inhaltsstoffe ergänzen sich optimal.

Der große Unterschied zwischen pflanzlichen und chemischen Schlafmitteln

Ein chemisches Schlafmedikament kann Schlaf herbeiführen, ein pflanzliches kann das nicht. Pflanzliche Mittel sind sogenannte „Schlafbereiter“, sie sorgen also für die nötige innere Ruhe und vor allem für die Müdigkeit.

Zudem bergen natürliche Mittel kein Suchtpotenzial, während Schlafmedikamente teilweise sehr schnell abhängig machen. Deswegen – bei nicht krankhaftem „Nicht-Schlafen-können“ wird zwar ein Arztbesuch empfohlen, um andere Ursachen auszuschließen, doch dann sollten zuerst pflanzliche Mittel angewandt werden, auch wenn deren Wirksamkeit nicht sofort eintritt. Bei Baldrian kann es schon zwei Wochen dauern, bis es wirkt. Aber dann wirkt es eben auch – und zwar ohne belastende Chemie!

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!