Baldrian in der Schwangerschaft – das solltest du wissen!

Baldrian ist eine Heilpflanze, die eine ausgesprochen gute Wirksamkeit aufweist. Vorwiegend wird „Valeriana officinalis“ bei Schlafstörungen, Unruhezuständen oder nervöser Anspannung eingenommen. Genau also jene Symptome, die Schwangere gerne mal begleiten.


Insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft stellen sich häufig probleme beim Ein- oder Durchschlafen ein, unter die Vorfreude mischt sich Unruhe und je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr drohen nervöse Verspannungen.

Somit sollte doch Baldrian das Mittel erster Wahl sein? Immerhin ist die uralte Heilpflanze ein altbewährtes Hausmittel bei den genannten Symptomen. Aber ist der Arzneibaldrian in der Schwangerschaft überhaupt gefahrlos anwendbar?

Baldrian – Heilpflanze für viele Fälle

Während Katzen auf den Geruch von Baldrian “abfahren”, ist für den Menschen die beruhigende und schlaffördernde Wirkung interessant. Schon die alten Griechen nutzten Baldrian als Heilpflanze gegen Augenprobleme. Für die Medizin wurde Baldrian allerdings erst im 18. Jahrhundert entdeckt.

Seither werden Teile der von Mai bis September in Europa und Asien wachsenden Heilpflanzen zu Baldrian-Tee, Dragees, Baldriantinktur oder Kapseln verarbeitet. Baldrian ist bei vielen Gemütszuständen einsetzbar und unter bestimmten Voraussetzungen auch während der Schwangerschaft erlaubt.

Mögliche Nebenwirkungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft können Baldrian-Präparate vor allem für das Ungeborene zu Nebenwirkungen führen. Dabei kommt es allerdings auf die Kombination der Inhaltsstoffe an. Viele Präparate enthalten Alkohol, was in der Schwangerschaft zu Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Magen- und Darmproblemen führen kann – und Alkohol ist in der Schwangerschaft ein absolutes Tabu!

Zudem können sich manche Präparate auf das Wachstum des Fötus auswirken. Während einer Risikoschwangerschaft, die die Gefahr einer Fehl- oder Frühgeburt bergen, sollte auf keinen Fall Baldrian eingenommen werden. Es gibt einfach nicht genug Studien und wissenschaftliche Belege für eine gefahrlose Einnahme von echtem Arzneibaldrian.

Auch Vollbäder mit Baldrianblüten sind strikt verboten. Bei komplikationslosen Schwangerschaften kann Baldrian verabreicht werden, sofern die Zustimmung des Arztes vorliegt. Schwangere sollten immer erst mit dem Gynäkologen sprechen und Baldrian nur dann einnehmen, wenn der Arzt keinerlei Bedenken hat.

Schwangerschaft – Alternativen zum Baldrian

Baldrian in der Reinform, sprich ohne andere Inhaltsstoffe, hat von Natur aus eigentlich keine negativen Nebenwirkungen.

Für Schwangere wirken sich eher Bestandteile wie Alkohol, der in vielen Präparaten bis zu 70 % ausmacht, aus. Ebenso wie die unterschiedlichen Zuckerarten, die in Baldrian-Präparaten versteckt sind. Wer allerdings in der Schwangerschaft aus bestimmten Gründen auf den Baldrian verzichten sollte, dem bietet sich mit der Kamille eine Alternative, die ebenfalls beruhigend wirkt.

Allerdings sollte auch hier nur auf Tee zurückgegriffen werden. Kamillenöl hingegen ist verboten, da es eine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter hat und so Fehlgeburten oder vorzeitige Wehen begünstigt werden könnten. Für Schwangere ist in den letzten Wochen vor der Geburt, ein Tee aus Himbeerblättern sehr zu empfehlen. Die Wirkstoffe des Himbeerblättertees stärken die Muskeln der Gebärmutter und regen die Wehentätigkeit an. Ab der 35. Schwangerschaftswoche sollten Frauen den Himbeerblättertee trinken, um eine Vorbereitung auf eine leichtere Geburt zu bekommen.

Rosmarin als alternative?

Einen Fehler sollten Schwangere auf keinen Fall begehen – nämlich Baldrian durch Rosmarin zu ersetzen. Diese an sich sehr gesunde Heilpflanze löst nämlich Wehen aus. In vergangenen Zeiten wurde Rosmarin als wehenförderndes Mittel und bei Schwangerschaftsabbrüchen eingesetzt.

Als Beruhigungstee ist Rosamarin also für Schwangere ein absolutes Tabu. Da ist ein Baldriantee entschieden die gesündere Alternative. Und wer sich und seinem Ungeborenen nicht schaden möchte, der fragt besser einmal zu häufig beim Frauenarzt des Vertrauens nach als einmal zu wenig.

Die Ernährung in der Schwangerschaft

 Überhaupt kann „Frau“ mit der Ernährung erheblichen Einfluss auf das Wohlergehen nehmen – das betrifft sowohl die werdende Mutter selbst als auch das ungeborene Baby. Damit neues Leben entstehen kann, müssen sich unzählig viele Zellen teilen. Und teilen. Und teilen. Das ist nur möglich, wenn den Zellen genug Energie und die richtigen Substanzen zur Verfügung stehen.

Das die Versorgung mit Vitaminen immens wichtig ist – gerade in der Schwangerschaft – ist sicher bekannt. Doch einige Vitamine benötigen andere Stoffe, um überhaupt dort anzukommen, wo sie dringend benötigt werden.

Fettlösliche Vitamine benötigen Fett

Um die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung an einem Beispiel zu verdeutlichen: Karotten sind sehr gesund und vitaminreich. In besonders hoher Konzentration findet sich Betacarotin – auch als Provitamin A bekannt – in dem orangefarbenen Gemüse. Damit der Organismus das Vitamin optimal verwerten kann, benötigt er Fett, wenn auch nicht viel. Es bringt also weder der Schwangeren noch dem werdenden Leben viel, wenn sich die Mutter im guten Glauben, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun, täglich eine Ladung Karotten einverleibt – ohne zeitgleich etwas Fett zu verzehren.

Vitamin B9

Noch drastischer sind beispielsweise die Folgen, wenn der Vitamin B9-Speicher einer Frau nicht aufgefüllt ist – und zwar bevor sie schwanger wird. Das Neurahlrohr (Gehirn, Rückenmark, Nervensystem) des Embryos entwickelt sich innerhalb der ersten 29 Tage nach dem Eisprung. Um sich überhaupt entwickeln zu können, benötigt es Vitamin B9 – also Folsäure. Das ist der Grund, warum vermutlich jeder Frauenarzt Folsäure empfiehlt. Fehlt es an Folsäure, drohen schwere Missbildungen beim ungeborenen Kind. Mehr über Folsäure könnt ihr auf dieser Seite nachlesen.

Pflanzliche Wirkstoffe – oft unterschätzt

Die zwei vorangegangenen Beispiele zeigen deutlich, wie immens wichtig eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist. Ohne Folsäure kann sich eine Eizelle kaum zu einem gesunden Embryo entwickeln, ohne Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und andere Nährstoffe geht es weder der werdenden Mutter noch dem Embryo richtig gut.

Das zeigt also im weitesten Sinne die Wirksamkeit solcher pflanzlichen Substanzen. Die Liste könnte natürlich noch beliebig fortgesetzt werden. Während viele pflanzliche Substanzen den Stoffwechsel und die Zellneubildung anregen – siehe Folsäure – dienen andere Stoffe der Stärkung des Immunsystems, indem Bakterien, Viren oder Pilzsporen eliminiert werden. Und wieder andere Heilpflanzen sind in der Lage, auf das Gehirn einzuwirken und zu einer Entspannung zu verhelfen – siehe Baldrian.

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!