Das Baldriangewächs

Robust und anpassungsfähig – die Baldrianpflanze fühlt sich nahezu überall heimisch und lässt sich problemlos kultivieren. Wilder Baldrian wächst bevorzugt dort, wo es etwas feuchter zugeht, etwa neben Flussläufen, am Rande von Waldlichtungen oder auf sattgrünen Wiesen. Doch wenn es um die Pflanze geht, geht es nicht nur um den einen Baldrian, denn er ist einer großen Familie zugehörig.

Die botanische Übersicht

insgesamt umfassen die Baldriangewächse (Valerianoideae) 8 Gattungen, die sich in rund 400 Arten aufteilen. Sie gehören zur Klasse der Bedecktsamer und zur Gruppe der Eudikotyledonen (Ordnung: Kardenartigen). Im botanischen Sinn gehört auch der Feldsalat zu der Gruppe der Baldriangewächse. Die Baldriangewächse teilen sich folgendermaßen auf:

  • Centranthus: Spornblume – 9 Arten
  • Fedia: Afrikanischer Baldrian – 3 Arten
  • Nardostachys: Narden- und Speichenähre – 1 Art
  • Patrinia: Goldbaldrian – 15 Arten
  • Valeriana: Baldrian – 150 – 200 Arten
  • Valerianella: Ackersalata, Feldsalart – 50 Arten

Von all diesen Arten, Ordnungen und Gruppen innerhalb der Baldriangewächse wird hauptsächlich der echte Baldrian – Arznei-Baldrian oder Valeriana officinalis – für medizinische Zwecke genutzt.

Echter Baldrian

Um die Botanik des Arzneibaldrians zu vervollständigen: Echter Baldrian (Valeriana officinalis) gehört zur Ordnung der Kardenartigen, zur Familie der Geißblattgewächse, zur Unterfamilie der Baldriangewächse und zur Gattung der Baldriane.

Neben seiner Verwendung als Heilpflanze wird Arznei-Baldrian sogar als Gewürz genutzt, so etwa im indischen Raum. Hierzulande findet er den Weg in das Gewürzregal nur selten, da der Geschmack und Geruch der Heilpflanze für die europäische Nase etwas zu markant ist.

Die Pflanze im Detail

Es kommt nicht oft vor, doch echter Baldrian kann stattliche zwei Meter Wuchshöhe erreichen. Es ist eine mehrjährige Pflanze, die eine sehr helle Wurzel bildet. Die lianenartigen Bestandteile der geruchsintensiven Wurzel beinhalten übrigens die hauptsächlichen Inhaltsstoffe.

Die Blätter der Pflanze sind von hellem Grün und bilden teilweise „Sägezähne“ aus. Es gibt allerdings durchaus Baldriangewächse, die glatte Blattränder aufweisen. Ab dem Mai bis teilweise in den August hinein reicht die Blütezeit. Im Gegensatz zur Wurzel strömen die fast weißen Blüten einen zarten, angenehmen Duft aus.

Das Baldriangewächs im heimischen Garten

Wer seinen Garten mit einer unkomplizierten, schön anzusehenden und sehr pflegeleichten Pflanze verschönern möchte, kommt am Baldrian fast nicht vorbei.

Bezüglich des Standorts stellt die Valeriana officinalis kaum Ansprüche, auch wenn ihr sonnige Plätzchen zweifelsohne am ehesten zusagen. Mit Halbschatten gibt sich die Pflanze auch zufrieden, das kennzeichnet ihre Robustheit.

Er mag gerne feuchte, nährstoffreiche Böden und Hobby-Gärtner tun gut daran, einen lockeren Boden zu wählen – zur Not lässt sich mit etwas Sand nachhelfen. Die Lockerheit des Bodens ist notwendig, um dem Baldrian das „Ziehen“ vom Wasser zu erleichtern.

Die Aussaat

Sobald sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im April zeigen, kann die Aussaat erfolgen. Baldriansamen sollten nicht älter als ein Jahr sein, sonst wird das mit dem Keimen schwer. Der frische Samen wird direkt in die Erde oder in den Blumenkübel gestreut, dabei aber bedenken, dass die Wurzel eher in die Breite denn in die Tiefe wächst. Baldrian ist ein sogenannter „Lichtkeimer“, dadurch entfällt das Vorziehen.

Die Pflege

Regelmäßig gießen – fertig. Mehr Pflege braucht ein Baldrian nicht unbedingt. Natürlich – auch diese Pflanzenart freut sich über organischen Dünger, doch mehr als einmal jährlich sollte die Düngung nicht stattfinden. Baldrian kann den Winter draußen verbringen, er wirft im Herbst seine Blätter ab und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus.

Als Heilpflanze nutzen

Hier ist etwas Geduld gefragt. Die Wurzel muss mindestens ein Jahr in der Erde verweilen, bevor geerntet werden kann. Um etwa Baldriantee zuzubereiten, können auch die Blüten der Heilpflanze genutzt werden.