Baldrian Dosierung – ein Überblick

Baldrian und insbesondere dessen Wurzel werden in Form von Extrakten, als Tinktur, in Tablettenform, als Dragee oder als Tee bei allen Zuständen von Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen und vielen psychosomatisch bedingten Erkrankungen wie Magenkrämpfen und Magengeschwüren zur unterstützenden Behandlung eingesetzt.

Dabei liegt das Augenmerk auf der richtigen Dosierung, denn ein „zu viel“ kann einen gegenteiligen Effekt bewirken und die Beschwerden sozusagen verstärken. Das gilt zumindest bei nervösen Zuständen oder Schlaflosigkeit.

Verzögerter Wirkungseintritt

Die Heilpflanze mit der lateinischen Bezeichnung „Valeriana officinalis“ wird gerne als Schlafmittel bezeichnet, doch das ist ein Mythos. Denn es ist im Gegensatz zu speziellen chemischen Medikamenten kein Mittel, das den Schlafprozess einleitet. Die Wirkstoffe docken lediglich im Gehirn dort an, wo beispielsweise auch Kaffee wirkt – nur eben nicht als belebende, sondern eher als dämpfende Wirkung.

So wie Kaffee – oder beispielsweise auch das mittlerweile immer beliebter werdende Guarana – nicht in der Lage sind, einen schlagartigen, absoluten Leistungsschub zu bringen, verhält es sich auch mit Baldrian. Die Heilpflanze wirkt sanft und gediegen.

Um nochmals auf den gegensätzlichen Vergleich mit Kaffee zurückzukommen – hier lässt sich schön die Dosierung veranschaulichen. Wer zu viel Koffein konsumiert, erreicht nicht das gewünschte Resultat. Wer zu viel Baldrian einnimmt, ebenfalls nicht. Das liegt schlicht daran, dass in beiden Fällen die Nervenbahnen überlastet sind.

Dennoch dauert es einige Zeit, bis sich der Organismus und die Hormonsteuerung auf Baldrian eingestellt haben, denn obwohl Valeriana officinalis als Schlafbringer fungiert, geschieht dies nicht ab der ersten Einnahme. Zwei Wochen können durchaus ins Land ziehen, bevor sich die Wirksamkeit zeigt.

Wirkung bei täglicher Anwendung

Wenn Baldrian über den Tag verteilt eingenommen wird, wirkt er als pflanzliches Beruhigungsmittel der milden Art zwar gegen nervöse Unruhezustände, macht aber nicht müde und schläfrig.

Daher kann der Wirkstoff auch bei Lernschwierigkeiten, Prüfungsangst, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Spannungszuständen und Ängsten angewandt werden. In höher konzentrierter Dosierung werden Auszüge aus der Wurzel als Schlafmittel bei Schlaflosigkeit eingenommen. Häufig werden die Wirkstoffe auch mit anderen Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse oder Passionsblume kombiniert.

Baldriantee zur Schlafförderung – so viel sollte dosiert werden

Als Einschlafhilfe kann eine Teezubereitung von rund 250 ml in kleinen Schlucken zirka 30 Minuten vor dem Schlafengehen langsam und in kleinen Schlucken getrunken werden, so wird eine optimale Wirkung erreicht, der Wirkstoff verteilt sich langsam im Körper, vor allem im Gehirn.

Bei einer fertigen Teemischung im Beutel sind die Angaben des Herstellers zu beachten. Wer sich selber einen Tee zubereiten möchte, kann folgende Dosierung und Zubereitungsart als Anhaltspunkt nehmen:

Baldrianwurzel-Tee:

Ein Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Baldrianwurzel mit einem Liter kochenden Wasser übergießen und nach etwa 10 Minuten abseihen.
Bei Schlafstörungen reicht es, eine Tasse des Tee am Abend etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen zu trinken.

Bei nervösen Zuständen, bei Magenkrämpfen oder bei Unruheständen können von diesem Sud drei Tassen pro Tag getrunken werden.

Baldrianblüten-Tee:

Wer die Heilpflanze in seinem Garten stehen hat, kann auch die Blüten zur Teezubereitung verwenden.

Einen Teelöffel frisch gezupfter Blüten – bestenfalls direkt zu Beginn der Blüte – mit 250 ml heißem Wasser übergießen und etwa 5 Minuten ziehen lassen. Diese Zubereitung danach ebenfalls abseihen und eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen trinken. Bei Bedarf kann diese Dosierung natürlich auch auf drei Tassen pro Tag gesteigert werden, die über den Tag verteilt getrunken werden.

Kaltauszug

Der Kaltauszug gilt als die klassische Variante der Teezubereitung mit Valeriana officinalis. Dazu wird ein Teelöffel getrocknete, kleingeschnittene Wurzel mit 250 ml kaltem Wasser übergossen. Das Behältnis abdecken und für 12 Stunden ruhen lassen. Anschließend wird der Sud abgeseiht, leicht aufgewärmt und kann getrunken werden.

Andere Anwendungsformen und deren Dosierung

Baldrian kann aufgrund krampflösender Eigenschaften bei nervösen Magenbeschwerden lindernd wirken. Zumindest haben dies die Erfahrungen der Vorfahren überliefert, die das Hausmittel Baldrianwurzel schon vor Jahrhunderten eingesetzt haben. Wissenschaftlich bewiesen ist dieser Wirkungsbereich allerdings nicht. Gleiches gilt auch für die Wirkung von Baldrian als Badezusatz in Beruhigungsbädern. Weiter ist die Heilpflanze natürlich noch in Kapseln, Tabletten, Dragees oder als Dispert erhältlich, hier sollten definitiv die Angaben zur Dosierung des Herstellers beachtet werden.

Tinkturen

Eine Tinktur ist ebenfalls schnell hergestellt und bedarf folgender Schritte:

Ein Esslöffel frische Baldrianwurzeln zerkleinern und in ein Glas mit Schraubverschluss geben. Anschließend das Glas mit rund 70-prozentigen Alkohol auffüllen. Das Glas verschließen und an einem dunklen Ort stehen lassen. Hin und wieder sollte die Mischung etwas geschüttelt werden. Nach den drei Wochen wird die Tinktur abgeseiht und kann in kleine dunkle Fläschchen abgefüllt werden.

Pro Tag können von dieser Tinktur 20 – 30 Tropfen bis zu dreimal eingenommen werden.

Dosierung bei Kindern

Kinder ab 12 Jahren können im Bedarfsfall ebenfalls Baldrian einnehmen. Unter 12 Jahren empfiehlt sich die Gabe der Heilpflanze nicht, da nicht genug aussagekräftige Studien vorliegen. Zudem sollten bei Schlafstörungen und Unruhezuständen bei Kindern immer zuerst nach der Ursache gesucht und ein Kinderarzt konsultiert werden.

Als kulinarisches Highlight kann Baldrian wahrlich nicht bezeichnet werden, doch ein Tee oder Kaltauszug lässt sich beispielsweise mit Honig versüßen. Auch die Gabe in rotem Traubensaft vermindert den markanten Eigengeschmack der Heilpflanze. Blütentee schmeckt deutlich angenehmer als Wurzeltee – ist dabei jedoch nicht so intensiv in der Wirkung.

Langfristige Einnahme von Baldrian

Baldrian muss über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, wenn eine Verbesserung bei Schlafstörungen eintreten soll. Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln besteht bei pflanzlichen Baldrianpräparaten keine Gefahr der Abhängigkeit.

Die ersten positiven Effekte machen sich bei Schlafstörungen erst nach einer mindestens zweiwöchigen Behandlung bemerkbar. Da die Anwendung im Normalfall nicht zu einer Tagesmüdigkeit führt, kann der Wirkstoff auch bedenkenlos über den Tag verteilt eingenommen werden. Die Anwendung von anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln sowie der Genuss alkoholischer Getränke sollte allerdings während der Einnahmezeit vermieden werden. Eine Medikamentenkombination sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Baldrianpräparate

Wer ein Fertigpräparat in Form von Kapseln, Dragees oder Tabletten nutzen möchte, der sollte grundsätzlich auf die Konzentration der Wirkstoffe achten. Denn diese enthalten unterschiedlich hohe Wirkstoffkonzentrationen und verschiedene Inhaltsstoffe. Daher sollte immer die Packungsbeilage vor einer Anwendung genau studiert werden. Einige Inhaltsstoffe könnten bei Allergikern oder empfindlichen Personen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, auch wenn Baldrian selbst bei normaler Dosierung selten eine Allergie auslöst.

Was sagen die Wissenschaftler?

Auch wenn es nur wenige aussagekräftige Studien über die korrekte Dosierung des Baldrian gibt, so sind sich die meisten Experten doch einig, dass eine Dosierung von 2 – 3 Gramm frischer oder getrockneter Baldrianwurzel ausreichend sein sollte.

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!