Baldrian – unsere beruhigende, heimische Heilpflanze

Die Natur hält für viele Beschwerden passende Heilpflanzen bereit. Heute sind wir Menschen glücklicherweise in der Lage, bei vielen Erkrankungen wirksame Medizin zu bekommen, doch nicht immer ist es notwendig, gleich mit starken, chemischen Therapeutika Beschwerden zu lindern.

Leichte Unpässlichkeiten oder vorübergehende Symptome können durchaus mit naturheilkundlichen Mitteln behandelt werden, sofern keine Allergie gegen die Pflanzenart vorliegt. Eines der bekanntesten und am häufigsten verordneten Naturmitteln ist Baldrian.

Einschlafstörungen? Nervös? Prüfungsstress? Gereizter Magen? Nahezu jeder Apotheker würde wohl bei diesen Symptomen ein Präparat mit Baldrian empfehlen – vorausgesetzt, es handelt sich nur um vorübergehende oder leichte Beschwerdebilder.

Baldriane zählen zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln aus dem großen Apothekenschrank von Mutter Natur. Die Wirksamkeit von Baldrian ist einer breiten Öffentlichkeit bekannt, denn nahezu jeder weiß um die krampflösende, schlaffördernde und beruhigende Wirkung der Pflanze.

Übrigens wird Baldrian nicht nur beim Menschen angewandt – viele Katzenbesitzer konnten ihren Stubentiger bei fast schon ekstatischen Verhalten beobachten, wenn er an Baldrian schnupperte. Die meisten Katzen scheint es vor Glück umzuhauen, gelangt der Duft der Krautpflanze in ihre Nase. Für den Menschen riecht Baldrian zwar nicht unbedingt gut, doch die Wirkung der Einnahme ist bekannt und belegt.

Menschen profitieren von der schlaffördernden, beruhigenden und krampflösenden Wirkung. Aber was ist Baldrian genau? Wo kommt die Pflanze her? Warum wirkt sie so beruhigend? Wie wird Baldrian eingenommen? Und wer darf es nicht nehmen? Fragen über Fragen – und das trotz der „Berühmtheit“ von Baldrian.

Oder wussten Sie beispielsweise, dass in der therapeutischen Anwendung die unterirdischen Teile der Baldriangewächse verwendet werden? Oder dass es enorme Unterschiede zwischen den Arten gibt? Baldrian ist nicht gleich Baldrian – immerhin bereichern rund 250 verschiedene Baldriane unseren Planten, die einen sind gesundheitsfördernd, die anderen sollte man einfach in der Natur belassen.

Damit Sie bei Bedarf zum „richtigen“ Baldrian in korrekter Dosierung greifen, haben wir die Pflanzenteile genau unter die virtuelle Lupe genommen. Wir schauen uns klinische Studien an, verfolgen wissenschaftliche Arbeiten, prüfen solide, welche Dosierung angebracht ist und möchten natürlich auch weitergeben, ob Baldrian für Kinder, Schwangere oder kranke Menschen geeignet ist. Schön, dass Sie unser Wissen nutzen – es lohnt sich!

Der Baldrian im Detail

Baldrian ist eine alte Arzneipflanze, darauf deutet bereits die lateinische Bezeichnung „Valeriana officinalis“ hin. Frei übersetzt steht Valeriana (valere) für „Gesund“ und officinalis (Offizin) ist ein alter Name für Apotheken. Das wiederum bedeutet, dass die Heilpflanzen in Apotheken rege verkauft wurde. Allerdings gibt es bezüglich der Bezeichnung „Valeriana“ noch weitere Ideen zur Herkunft, dazu später mehr. In Deutschland wird Baldrian zudem noch als Katzenkraut, Hexenkraut, Mondwurzel, Stinkwurz oder schlicht Arznei-Baldrian bezeichnet.

• Die Pflanze – das Baldriangewächs

Zeichnung aus einem alten Kräuterbuch

Im Grunde ist Baldrian keine Einzelpflanze, sondern bildet eine Pflanzengattung. Diese gehört zur Unterfamilie der Baldriangewächse, die in der Botanik als „Valerianoideae“ bezeichnet werden. In der Systematik gehört die Unterfamilie zur Familie der Geißblattgewächse und zur Ordnung der Kardenartigen. Um kurz ins botanische Reich abzuschweifen: Holunder oder die Spornblume sind ebenfalls den Geißblattgewächsen zuzuordnen.

Baldriane selbst kommen in etwa 150 bis 250 verschiedenen Arten vor, so ganz genau ist die Zahl nicht bekannt. Zur medizinischen Behandlung wird ausschließlich der „echte Baldrian“ (Valeriana officinalis) verwendet. Dabei handelt es sich um eine robuste, krautartige Pflanze, die bis zu 2 Meter Wuchshöhe erreichen kann. Die Blätter erinnern vage an Farn und sie erreichen eine Länge von rund 20 Zentimetern. Echter Baldrian blüht zwischen Mai und Juli, manchmal sogar bis in den September. Dabei tummeln sich zahlreiche Blüten endständig und kegelförmig (Schirmrispe) dicht an dicht, zudem verbreiten sie einen starken, süßlichen Geruch. Die Blüten selbst sind von hellem Rosa, mit leichten Nuancen von purpurfarbenen Tönen. Der Wurzelstock ist kurz und walzenförmig, aus dem ein einfach gefurchter, hohler Stängel emporwächst.

• Gattungen / Klassifizierungen

Wie schon angesprochen, kommt Baldrian fast auf der gesamten Erdkugel vor. Lediglich der afrikanische Raum und tropische Regionen scheinen nicht das richtige Klima für die Pflanzengattung zu bieten. Die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen ist dennoch phänomenal. Je nach Gattung gibt es Baldriangewächse als Stauden, verholzte Halbsträucher und sogar als Lianen. Die bekannteste Art ist der Arzneibaldrian, der sowohl in Europa als auch in Asien beheimatet ist.

Weitere in Mitteleuropa vorkommende Arten sind der holunderblättrige Baldrian (Valeriana sambucifolia) oder der hauptsächlich in Moorgebieten wachsende breitblättrige Baldrian ( Valeriana exaltata, Valeriana pratensis). Der schmalbrättrige Baldrian (Valeriana collina) wächst gerne in lichten Wäldern oder etwas versteckt unter sonnenhungrigen Büschen.

In den Bergen wächst der Bergbaldrian ( Valeriana montana) oder der Stein-Baldrian (Valeriana tripteris). Der „Echte Speik“ (Valeriana celtica) gehört ebenfalls zu den Baldrianen und dabei handelt es sich um eine geschützte Pflanzenart, die zu den Alpenpflanzen gezählt wird. Er kommt in den Grajischen Alpen, in den Walliser Alpen und im östlichen Alpenraum vor. Überhaupt machen den Baldrianen alpine Höhenlagen nichts aus, in bis zu 2.000 Höhenmeter fühlen sich bestimmte Baldriane wohl.

Ein Blick auf die europäische Inselwelt zeigt, dass der haselwurzblättrige Baldrian (Valeriana asarifolia) nur auf den griechischen Inseln Kreta und Karpathos wächst. Im Westen der Vereinigten Staaten wächst der scharfblättrige Baldrian (Valeriana acutiloba) und in Teilen Chinas und der Mongolei ist der Valeriana altaica beheimatet.

Die Baldriangewächse (Valerianoideae) sind meist zweijährige Pflanzen, die krautartig wachsen. Der deutsche Botaniker August Johann Georg Karl Batsch (1761 – 1802) klassifizierte einst die Familie der Valerianaceae. Dabei wurde sie als Übergangsfamilie zwischen den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) und den Kardengewächsen (Dipsacaceae) eingeordnet. Heute wird den Baldriangewächsen den Rang der Unterfamilie Valerianoideae innerhalb der Familie der Geißblattgewächse zugeordnet.

• Vorkommen und Verbreitung der Pflanze

..oft anzufinden auf großen Wiesenflächen

Der Arzneibaldrian – also der Echte Baldrian – kommt nahezu in ganz Europa und Westasien vor. Lediglich in Portugal ist er nicht zu finden. Von Europa aus zieht er sich durch die Regionen ostwärts über Sibirien bis nach Korea, China, Taiwan und Japan.
Er ist enorm anpassungsfähig und verträgt sowohl die volle Sonne als auch den Halbschatten. Auch an die Bodenverhältnisse kann er sich wunderbar anpassen, er verträgt Frost und zählt zu den Feuchtbodenpflanzen. Das bedeutet, dass selbst gelegentliche Überschwemmungen ihm nichts anhaben können. Das ist der Grund, warum man ihn häufig auf Wiesen entlang Flussläufen findet. Er wächst wild und wird von Bienen, Tagfaltern und anderen Insekten bestäubt.

• Anbau im eigenen Garten?

Baldrian macht nicht nur als Heilpflanze eine gute Figur, als dekoratives Element im Garten kann er sich absolut sehen lassen. Als Kübel- oder Beetpflanze wächst er bis zu einem Meter hoch und präsentiert ungefähr zwischen Juli und August seine Blüten, die dann gesammelt und verarbeitet werden können. Die Wurzel könnte im Oktober geerntet werden. Allerdings ist die Wurzelernte mit einem unangenehmen Geruch verbunden – Katzen mögen ihn, doch die meisten Gärtner rümpfen die Nase bei der Ernte des Wurzelballens. Nimmt man den streng-süßlichen Geruch in Kauf, kann man die Wurzelteile verwenden. Trocknen, reinigen, kleinschneiden und schon hat man die Zutaten für ein entspannendes Bad oder einen Tee.

die Blüte ist auch im eigenen Garten schön anzusehen

Am besten wird das Saatgut im Frühjahr ausgebracht, allerdings erst, wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist. Die beste Möglichkeit bietet das Vorziehen des Saatgutes – also das Ausbringen der Saat unter einem Glas. Nachdem die ersten kleinen Blätter sichtbar werden, können die Jungpflanzen an ihren Bestimmungsort verbracht werden. Sollen sie als Beetpflanzen den Garten zieren, werden sie mit einem Abstand von rund 60 Zentimetern eingepflanzt. Die Stauden des Baldrian wachsen langsam und behäbig, die erste Ernte gibt es also frühestens im Jahr nach der Aussaat.
Der Boden sollte idealerweise gut durchlässig und beständig feucht sein. In den Sommermonaten muss täglich die Gießkanne genutzt werden.

• Geschichte des Baldrian

Die erste urkundliche Erwähnung von Baldrian datiert auf 460 v. Chr. Dabei ging es auch um den unangenehmen Geruch der Heilpflanze, die in der Erwähnung als „Phu“ beschrieben wurde. Zur Zeit von Hippokrates wurde Baldrian als Allheilmittel genutzt. Es galt als allgemeines Stärkungsmittel, mit dem Schwerpunkt auf Verdauungsprobleme.

Um das Jahr 1.000 n. Chr. Wurde Baldrian geheime und mystische Kräfte zugesprochen. Sogar vom Heilkraut der Muttergottes war die Rede. Hildegard von Bingen empfahl Baldrian als Mittel gegen Gicht.

Bevor die Heilpflanze als „Baldrian“ große Bekanntheit erreichte, wurde sie „Nard“ genannt. Hier gehen Historiker davon aus, dass der Begriff aus dem Lateinischen stammt.

Kurios: Die Bezeichnung „Valeriana“ stammt Legenden zufolge von dem führenden Finanzpolitiker Gaius Valarius Sabinus im Römischen Reich unter Kaiser Aurelian. Dieser Politiker nutze offensichtlich Baldrian so rege, dass die Pflanze nach ihm benannt sein soll. Doch wahrscheinlicher ist die oben angesprochene Theorie, dass sich die Bezeichnung schlicht dem Lateinischen „Gesunden Leben“ nach ableitete.

.. auch schon im Jahre 1500 bekannt in der Medizin

Im „Kleinen Destillierbuch“, welches von Hieronymus Brunschwig im Jahre 1500 herausgegeben wurde, wurde Baldrian als Heilmittel gegen Augenleiden angepriesen.Selbst als vorbeugendes Mittel gegen die grassierende Pest fand die Heilpflanze viele Anhänger.

In den letzten Jahrhunderten ranken sich viele Geschichten und Legenden um Baldrian. Im angelsächsischen Raum wurde er als „Amantilla“ bezeichnet und insbesondere etwas zu stürmischen jungen Männer verabreicht, die es nicht erwarten konnten, kriegerische Handlungen auszuführen. Demzufolge nach sollte er also aus aggressiven Kämpfern brave Bürger gemacht haben. Im Mittelalter war Baldrian das Mittel für alles und jeden. Als der erste Weltkrieg ausbrach, wurde den Soldaten Baldrian gegeben, um ihnen die Angst zu nehmen.

Erst, als sich das 18. Jahrhundert dem Ende näherte, kamen Botaniker und Forscher dahinter, dass insbesondere die unterirdischen Pflanzenteile die Wirksamkeit verursachen, zuvor nutzten die Menschen hauptsächlich die oberen Bestandteile.

• Verwendete Pflanzenteile

Im medizinischen Bereich wird die Wurzel verwendet. Traditionell nutzt die Naturheilkunde den frisch gesammelten Wurzelstock, der von Frühjahr bis Herbst gesammelt wird. Natürlich können auch die Blüten verwendet werden, etwa als Badezusatz, doch die eigentliche Wirkung liegt in der Wurzel.

Die Anwendungen im Überblick

Vor allem als natürliche Einschlafhilfe und zur Beruhigung bei nervösen Zuständen oder Ängsten

Während früher die gesamte Heilpflanze für alle möglichen Leiden verordnet wurde, hat sich das heute dank wissenschaftlicher Studien relativiert. Die Anwendung von Baldrian erstreckt sich auf abgegrenzte Gebiete, ein Allheilmittel ist es nicht mehr. Vielmehr wurden die hervorragenden Wirkweisen bei bestimmten Beschwerden erkannt und untersucht.

Baldrian wird heute hauptsächlich bei folgenden Symptomen angewandt, vorausgesetzt, es handelt sich um leichte Beschwerdebilder, die keine chemische Medikamentengabe erfordern. Wie immer sollte bei einer Erkrankung ein Arzt konsultiert werden!

Bei Schlafstörungen

Innere Unruhe und Ängste

Natürliches Beruhigungsmittel

Als Einschlafhilfe

Nervös bedingte Magenbeschwerden

Spannungskopfschmerzen

Die Wirkweise einfach erklärt

Erst kürzlich fanden Wissenschaftler heraus, warum Baldrian als Schlafmittel fungiert. Es sind etliche Vorgänge im Körper nötig, bevor wir in den Schlaf sinken.

Mit steigender Müdigkeit erhöht sich die Konzentration eines bestimmten Proteins, im Fachjargon als A1-Adenosinrezeptor bezeichnet. Je mehr Proteine das Gehirn produziert, umso stärker prägt sich die Müdigkeit aus. Dabei findet die Anreicherung im gesamten Gehirn statt.

Nun zeigten sowohl Tier- als Versuche mit menschlichen Probanden, dass Vollextrakte aus der Baldrianwurzel ebenfalls an den Rezeptor andockten. Das bedeutet im Prinzip, dass bei Menschen, die nicht einschlafen können, vielleicht einfach nur zu wenig „Schlafproteine“ gebildet werden.

Mit den Inhaltsstoffen aus der Baldrianwurzel kann dieses Defizit sozusagen aufgehoben werden. Und ein Forscherteam einer Marburger Arbeitsgruppe kam kürzlich dahinter, dass dafür die verschiedenen Verbindungen aus der Gruppe der Lignane verantwortlich sind, also sekundäre Pflanzenstoffe, die eben in der Baldrianwurzel vorkommen.

Bezüglich der Wirkung auf Magen-Darm-Beschwerden und auf nervöse Unruhezustände gehen Forscher von einem Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe aus. Welche Inhaltsstoffe genau diese positiven Wirkungen ausmachen, ist noch nicht bekannt. Untersuchungen im Labor zeigten, dass die Wirksamkeit im Gehirn ausgelöst wird – auch wenn sich als Resultat ein beruhigter Magen zeigt.

Inhaltsstoffe im Detail

Die Baldrianwurzel besteht aus zwischen 0,3 und 0,8 Prozent ätherischen Öls. Dieses setzt sich aus Monoterpenen (beispielsweise Borneol oder Kampfer) und sogenannte Sesquiterpenen zusammen. Daneben finden sich noch Valepotriate als Bestandteil in der Heilpflanze wieder, allerdings ist diese Substanz im echten Baldrian eher gering vorhanden.

Zudem sind Lignane als Inhaltsstoff in der Wurzel enthalten. Dieser Inhaltsstoff ist vermutlich als der auszumachen, der die Beruhigung auslösen kann. Erst vor kurzem gelang es Wissenschaftlern, nähere Erkenntnisse über die Wirkung und Inhaltsstoffe des echten Baldrian zu gewinnen (siehe oben).

Doch ganz so einfach ist es nicht mit den Inhaltsstoffen von Baldrian. Viele sind noch nicht komplett aufgeschlüsselt und viele Experten gehen davon aus, das die Wirkung im Zusammenspiel der Inhaltsstoffe zu verdanken ist.

Zusammenfassend ergeben sich folgende Inhaltsstoffe der Valeriana officinalis:

• Ätherisches Öl, hauptsächlich Valerian- und Isovaleriansäure, Bornylacetat, Valeranon, Valerenol, Valerenal.
• Valepotriate, hauptsächlich Valtrat / Isovaltrat, Didrovaltrat, Acevaltrat, IVHD-Valtrat.
• Valerensäuren, Hydroxyvalerensäure, Acetoxavalerensäure.
• Phenolcarbonsäuren

Die richtige Dosierung

Eigentlich ist diese Überschrift irreführend, denn die richtige Dosierung ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt noch keine Studien darüber, welche Dosierung optimal ist. Es hängt vermutlich vom Gehalt der Inhaltsstoffe der einzelnen Pflanzen ab als auch vom Patienten.

Jeder reagiert anders auf entsprechende Dosierungen bei Heilpflanzen. Heute empfehlen viele Experten und Ärzte eine Dosis von von etwa 400 – 900 mg als Einschlafhilfe.

Das liegt unterhalb der Empfehlung der wissenschaftlichen Abhandlung des Bundesgesundheitsamtes aus dem Jahre 1985, denn darin finden sich Dosierungsangaben zwischen 2 und 3 Gramm als Einzeldosis. Für Tinkturen werden zwischen 1 und 3 ml angeraten. Als Tee empfehlen sich ebenfalls zwischen 2 und 3 Gramm als Tagesdosis.

Wichtige Hinweise

Baldrian ist eine Droge – allerdings keine, die süchtig macht. Dennoch müssen einige Aspekte beachtet werden. Die Extrakte des Baldrians wirken direkt im Gehirn. Deswegen darf Baldrian nicht ganz so unbefangen eingenommen werden, wie etwa Fenchel als Heilpflanze. Es gibt zwar Baldrianpräparate, die mit Hopfen oder Melisse kombiniert sind, diese wirken dann jedoch ähnlich und ergänzen sich dann.

Keine Kombination mit synthetischen Präparaten!
Vorsicht bei Kindern!
Wichtig: In der Schwangerschaft!
Sonstige Risikiofaktoren!

Darreichungsformen im Überblick

Echter Baldrian ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Welche Form am besten geeignet ist, hängt stark vom Beschwerdebild und der Persönlichkeit des Patienten ab. Nicht jeder mag Tee mit Baldrian und nicht für jeden sind alkoholische Tinkturen mit Baldrian die richtige Lösung.

• Reine Wurzelstücke

Zur medizinischen Nutzung kommt die reine Wurzel des Baldrianstockes zur Verwendung.

Dazu wird die Wurzel geerntet, getrocknet und geschnitten. Mit der kleingeschnittenen Wurzel können Teeaufgüsse oder Badezusätze zubereitet werden.

• Tabletten / Kapseln

Die einfachste Darreichungsform bieten Tabletten beziehungsweise Kapseln. Meist enthalten Kapseln reine Wurzelbestandteile des Baldriangewächses.

Allerdings dürfen Tabletten oder Kapseln nicht zusammen mit anderen Beruhigungs- oder Schlaftabletten eingenommen werden. Auch Alkohol ist absolut tabu.

• Tee

Baldriantee wirkt sehr beruhigend und kann als abendlicher Genuss das Einschlafen erleichtern.

Erhältlich sind fertig gemischte Teebeutel, teilweise auch mit anderen Heilkräutern, etwa Hopfen oder Melisse.

• Tropfen

Baldrian als Tropfen stellen zwar ebenso wie Tabletten / Kapseln eine vereinfachte Form der Einnahme dar, doch häufig sind die Tropfen mit Alkohol angereichert. Deswegen sollte beim Kauf von Tropfen das Zutatenetikett genau geprüft werden. Ein weiterer Nachteil von Tropfen ist die Dosierbarkeit. Bei den Tropfen muss abgezählt werden – wie schnell kommt man beim Zählen aus dem Takt und nimmt statt der vorgegebenen Tropfenanzahl zu viel oder zu wenig ein.

• Tinkturen

Bei der Tinktur gilt das Gleiche wie bei den Tropfen: Tinkturen enthalten meist Alkohol der auf der Zutatenliste als Ethanol gekennzeichnet ist.

Mögliche Nebenwirkungen

Studien zeigen, dass bei einer kurzfristigen Einnahme von Baldrian nur selten Nebenwirkungen zu erwarten sind. Länger als sechs Wochen sollte Baldrian generell nicht eingenommen werden, da hierzu einfach wissenschaftliche Belege fehlen.

Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle können sich als Nebenwirkung bemerkbar machen, kommen jedoch sehr selten vor. Beim Auftreten muss das Präparat sofort abgesetzt werden.

Die in der Baldrianwurzel enthaltenen Valepotriate gelten zwar als krebserregend, doch erstens ist dieser Stoff in mitteleuropäischen Baldrianen kaum enthalten und in Fertigarzneimitteln sind sie nur minimal bis gar nicht enthalten. Das ist auch der Grund, warum Baldrian möglichst als Fertigarznei eingenommen werden sollte. Damit reduziert sich die Gefahr von Nebenwirkungen automatisch, sofern die angegebene Dosierung eingehalten wird.

Studien im Kurzüberblick

Studie zur Einschlafproblematik
Studie zur Wirkung bezüglich Ängste

Baldrianprodukte kaufen – Welche sind empfehlenswert?

Baldrian kann zwar sehr leicht angepflanzt werden, doch zur Eigennutzung sollten lediglich die Blüten als Badezusatz verwendet werden. Die Wurzel riecht sehr streng und man sollte sie nur nutzen, wenn sicher ist, dass die Saat ebenfalls dem echten Baldrian entspricht. Indischer oder mexikanischer Baldrian enthalten beispielsweise sehr viel Valepotriate – also jene Substanzen, die krebserregend sein sollen.

Deswegen sollte beim Kauf immer darauf geachtet werden, dass auch tatsächlich „Echter Baldrian“ verwendet wurde, insbesondere bei Tabletten oder Kapseln, bei Tinkturen und bei Lösungen.

Baldriparan – stark für die Nacht

fester Bestandteil meiner Hausapotheke

Der Hersteller Pfizer bietet mit diesen Dragees kleine, gut einzunehmende Tabletten an. Dabei enthält ein Dragee 441,35 mg des „Echten Baldrians“ (Valeriana officinalis). Verarbeitet wird ein Trockenextrakt der Baldrianwurzel, Auszugsmittel ist Ethanol 70 %.

Weitere Bestandteile der Tabletten: Maltodextrin, Talkum, Calciumcarbonat, Cellulose, Povidon K25, Macrogol 6000, Siliciumdioxid, Magensiumdistearat, Saccarose, Arbaisches Gummi, Kaliumdihydrogenphosphat, Carnaubawachs, Schellack, raffiniertes Rizinusöl, gebleichtes Wachs, Titandioxid, Indigocarmin.

Pro Packung sind 30 Dragees enthalten. Die Dragees sind frei von tierischen Bestandteilen und der Hersteller empfiehlt, eine Tablette pro Tag einzunehmen. Die Erfahrungsberichte zeugen von guter Wirksamkeit bei diesen Dragees. So berichten die meisten Nutzer davon, dass sich ihre Einschlafprobleme mit der längerfristigen Einnahme von Baldriparan verbesserten.

Einschlafdragees mit Hopfen

In den überzogenen Tabletten des Herstellers Zirkulin befinden sich 160 mg Trockenextrakt der Baldrianwurzel und 40 mg Trockenextrakt von Hopfen. Beides zusammen ergibt ein traditionell mild wirksames Arzneimittel, bestens geeignet, um kurzfristige Einschlafprobleme zu lindern. Das Auszugsmittel bei diesen Dragees ist Wasser.

Die sonstigen Bestandteile: Saccharose, Talkum, Maltodextrin, Cellulose, Lactose, Calciumcarbonat, Macrogol 6000, Gereinigtes Wasser, Stearinsäure, Arabisches Gummi, Glucose Sirup, Siliciumdioxid, Methacrylsäure-Ethyllacrylat-Copolymer, Dispersion 30 %, Farbstoff Azorubin, Titandioxid, Magesiumstearat, Montanglycolwachs, Polysorbat 20, Polysorbat 80.

Insgesamt sind in der Packung 80 Dragees enthalten und pro Tag wird die Einnahme einer Tablette empfohlen. Die Kombination zwischen Baldrian und Hopfen kommt bei den Nutzern gut an, was die diversen Erfahrungsberichte zeigen.

Mein Fazit

Baldrian ist eine alte Heilpflanze, die seit tausenden von Jahren eingesetzt wird. Während sie vor und während der Epoche des Mittelalters als „Allheilmittel“ genutzt wurde, beschränkt sich heute die Verwendung als Beruhigungs- und Schlafmittel. Ein weiterer Unterschied zu früher besteht auch darin, dass einst die oberirdischen Pflanzenteile verwendet wurden, während man heute weiß, dass die ätherischen Öle und weitere Inhaltsstoffe hauptsächlich in der Wurzel enthalten sind.
Baldrian ist nicht nur eine alte Heilpflanze, sondern sie ist auch sehr dekorativ und ziert jeden Garten. Die Pflanze lässt sich leicht aufziehen und sie stellt nur geringe Ansprüche. Überhaupt ist ihre Anspruchslosigkeit phänomenal, denn mittlerweile hat sich die Pflanzenart fast auf den gesamten Erdball verteilt. Das wiederum führte dazu, dass es zwischen 150 und 250 verschiedene Baldriane gibt.

In der medizinischen Anwendung kommt ausschließlich der „Echte Baldrian“ zur Verwendung (Valeriana officinalis). In einigen klinischen Untersuchungen wurde die Wirksamkeit bezüglich der leichten Sedierung und Beruhigung belegt.

Wie bei allen frei verkäuflichen Medikamenten sollte die empfohlene Dosierung nicht überschritten werden, doch bei Baldrian kommt noch hinzu, dass es keinesfalls mit ärztlich verordneten Beruhigungs- oder Schlafmitteln kombiniert werden darf. Baldrian wirkt im Gehirn und eine Kombination mit synthetischen Medikamenten kann fatale Auswirkungen haben. Auch der Konsum von Alkohol gemeinsam mit Baldrian führt zu keinem guten Ergebnis. Beide Substanzen wirken auf das Gehirn ein – eine Kombination ist absolut zu umgehen.

Da es keine hinreichende Studien zur Einnahme bei Schwangerschaften gibt, sollten werdende Mütter zuerst ihren Gynäkologen aufsuchen, bevor sie Baldrian einnehmen. Das Gleiche gilt für Kinder unter 12 Jahren. Hier sollte erst der Kinderarzt seine Zustimmung geben bevor Baldrian verabreicht wird.

Beim Kauf von Fertigpräparaten mit Baldrian ist der wichtigste Indikator für Qualität die verwendete Gattung des Baldrian. Nur „Valeriana officinalis“ ist der echte Baldrian, der zu medizinischen Zwecken genutzt wird. Die Hersteller müssen ohnehin auf der Verpackung alle Inhaltsstoffe angeben und sofern hier „Valeriana officinalis“ steht, ist der richtige Baldrian verarbeitet. Oft muss mit der richtigen Dosierung etwas experimentiert werden, vielleicht reicht es sogar, jeden zweiten Tag eine Tablette zu nehmen.

Allerdings sollte keinesfalls ohne ärztlichen Rat die auf der Verkaufspackung angegebene Dosierung eigenmächtig überschritten werden. Zudem setzt die Wirksamkeit von Baldrian bekanntermaßen erst nach rund zwei bis drei Wochen ein. Länger als sechs Wochen sollte Valeriana officinalis nicht eingenommen werden. Im Normalfall sollten dann kurzzeitige Belastungssituationen auch vorbei sein – beziehungsweise sollte sich dann die Nicht-Einschlaf-Phase“ wieder relativiert haben. Falls nicht, ist der Gang zum Arzt unumgänglich.

Bitte beachten Sie, dass diese Seite hier kein Ersatz für den Besuch bei einem anerkannten Arzt sein kann. Bei Baldrian handelt es sich um ein Naturprodukt, welches ebenfalls Nebenwirkungen aufweisen kann. Ich möchte mit diesen Informationen eine persönliche Weiterbildung zum Thema ermöglichen und keine Empfehlung zur Selbstmedikation oder Diagnose aussprechen. Ich übernehme keine Haftung oder Garantie über die Korrektheit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Eine Einnahme von Präparaten erfolgt stets auf eigene Verantwortung! Bitte sprechen Sie zuvor immer mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt!